Geschwindigkeitsüberschreitung
 

Bußgeld Geschwindigkeit - Geschwindigkeitsüberschreitung


Bußgeld, Punkte und Fahrverbot wegen Geschwindigkeitsüberschreitung. Haben Sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten, dann finden Sie hier im Überblick die Verkehrsstrafen für die jeweiligen Geschwindigkeitsverstöße.

Außerhalb geschlossener Ortschaften:
Verstoß Punkte bis 30.04.2014 Bußgeld Euro unverändert Fahrverbot unverändert Punkte seit 01.05.2014
Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mit PKW        
Bis 10 km/h   10 nein
11-15 km/h   20 nein
16-20 km/h   30 nein
21-25 km/h 1 P 70 nein 1 P
26-30 km/h 3 P 80 nein 1 P
31-40 km/h 3 P 120 nein 1 P
41-50 km/h 3 P 160 1 Monat 2 P
51-60 km/h 4 P 240 1 Monat 2 P
61-70 km/h 4 P 440 2 Monate 2 P
über 70 km/h 4 P 600 3 Monate 2 P

Innerhalb geschlossener Ortschaften:
Verstoß Punkte bis 30.04.2014 Bußgeld Euro unverändert Fahrverbot unverändert Punkte seit 01.05.2014
Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mit PKW        
Bis 10 km/h   15 nein
11-15 km/h   25 nein
16-20 km/h   35 nein
21-25 km/h 1 P 80 nein 1 P
26-30 km/h 3 P 100 nein 1 P
31-40 km/h 3 P 160 1 Monat 2 P
41-50 km/h 4 P 200 1 Monat 2 P
51-60 km/h 4 P 280 2 Monate 2 P
61-70 km/h 4 P 480 3 Monate 2 P
über 70 km/h 4 P 680 3 Monate 2 P

Allgemein:
Verstoß Punkte bis 30.04.2014 Bußgeld Euro unverändert Fahrverbot unverändert Punkte seit 01.05.2014
wegen Überschreitung der festgesetzte Höchstgeschwindigkeit bei Sichtweite unter 50 m durch Nebel, Schneefall oder Regen 3P 80-760 ja 2 P
wegen Gefährdung eines Kindes, älteren Person oder Hilfsbedürftigen durch zu hohes Tempo, mangelnde Bremsbereitschaft oder unzureichenden Seitenabstand 3 P 100 nein 1 P
wegen Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit trotz angekündigter Gefahrenstelle, bei Unübersichtlichkeit, , Straßeneinmündungen, Bahnübergängen an Straßenkreuzungen 3 P 100 nein 1 P

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage erhöhen Smartphone, Alkoholkonsum und Geschwindigkeitsübertretungen das Unfallrisiko bei Fahranfängern. Jeder fünfte 18- bis 24-Jährige, der in einem Verkehrsunfall verwickelt war, hielt sich nicht an die Geschwindigkeit.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, blieb die Zahl der Verletzten Anfang 2016 mit rund 26.000 Menschen unverändert. 2013 hingegen starben auf deutschen Straßen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt so wenig Menschen wie noch nie seit Erhebungsbeginn im Jahr 1953. Im Vergleich zum bisher schwärzesten Jahr der Unfallstatistik 1970 (ca. 21.300 Todesopfer) ist das ein Rückgang um über 80 %.
Neuerungen zum Fahreignungsregister (FAER) hinsichtlich Geschwindigkeit:
Durch die Neuregelungen des Fahreignungsregisters, gültig seit 01. Mai 2014, wurde das Bußgeld für
  • die Geschwindigkeitsüberschreitung mit Gefahrgutfahrzeugen oder Omnibussen mit Fahrgästen um 40 Euro erhöht:
    Bußgeld bis 30.04.2014 20 Euro
    Bußgeld seit 01.05.2014 60 Euro.
  • Beim Verstoß gegen die Prüfplicht von Geschwindigkeitsbegrenzern blieb das Bußgeld unverändert 40 Euro. Allerdings wird diese Ordnungswidrigkeit nicht mehr erfasst.




Gerichtsurteile zur Geschwindigkeitsbegrenzung:

Tempo 30-Zone nicht für die Landstraße
Eine Gemeinde ordnete für eine Landesstraße eine Tempo 30-Zone an, was eine Straßennutzerin gar nicht gefiel. Sie fühlte sich durch diese Geschwindigkeitsbeschränkung tagtäglich beeinträchtigt und erhob gegen diese Anordnung im Wege des Eilrechtsschutzes Klage. Ihre Klage hatte auch Erfolg. Bei der besagten Straße handelt es sich nämlich nicht um eine Gemeindestraße, sondern um eine Landesstraße. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) verbietet es aber, Tempo 30-Zonen auf Landesstraßen als Straßen des überörtlichen Verkehrs zu erstrecken. Die Gemeinde wurde daher verpflichtet, die Tempo 30-Zone wieder aufzuheben. Jlp Verwaltungsgericht Koblenz, Az.: 5 L 615/14.KO

Geschwindigkeitsbegrenzung mit Zusatzschild Schneeflocke
Das Zusatzschild "Schneeflocke" zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung erlaubt auch bei nicht winterlichen Straßenverhältnissen keine höhere als die angeordnete Geschwindigkeit. Das eine "Schneeflocke" darstellende Zusatzschild enthält bei sinn- und zweckorientierter Betrachtungsweise lediglich einen - entbehrlichen - Hinweis darauf, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung Gefahren möglicher winterlichen Straßenverhältnisse abwehren soll. Mit diesem Hinweis soll die Akzeptanz der angeordneten Geschwindigkeitsbegrenzung erhöht werden. Der Hinweis bezweckt nur die Information der Verkehrsteilnehmer und enthält - anders als das Schild "bei Nässe" - keine zeitliche Einschränkung der angeordneten zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Kraftfahrer müssen die die Geschwindigkeit begrenzende Anordnung daher auch bei trockener Fahrbahn beachten. Jlp Oberlandesgericht Hamm, Az.: 1 RBs 125/14

Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
Findet ein Geschwindigkeitsverstoß statt, der dadurch zustande kommt, dass der Betroffene seine Geschwindigkeit nach einem Überholvorgang nicht wieder reduziert, weil er auf eine Regulierung durch seinen Tempomaten hofft, so liegt ein vorsätzlicher Geschwindigkeitsverstoß vor. Eine Notstandslage beziehungsweise eine notstandsähnliche Situation, welche eine Überschreitung der höchstzulässigen Geschwindigkeit rechtfertigen könnte, liegt hier nicht vor. Jlp Amtsgericht Lüdinghausen, Az.: 19 OWi-89 Js 511/14-46/14

Interessante Infos rund ums Thema Geschwindigkeit:
Zusatztafeln zur Geschwindigkeit - Gilt ein Tempolimit mit dem Zusatzschild "Mo-Fr, 16-18h" auch am Feiertag? Fällt der Feiertag auf einen Wochentag, wie beispielsweise am Ostermontag, dann gilt trotzdem die zulässige Höchstgeschwindigkeit laut Verkehrsschild.
Blitzer Apps unzulässig - Wenn Sie eine sogenannte Blitzer-App benutzen, um sich vor Geschwindigkeitskontrollen warnen zu lassen, müssen Sie mit einem Bußgeld rechnen, denn die Nutzung dieser Apps verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung.
Verkehrsdelikt Geschwindigkeit - Mehr als die Hälfte der in Deutschland ausgestellten Bußgeldbescheide für Verkehrsverstöße sind fehlerhaft, das hat die VUT Sachverständigen-Gesellschaft bei der Überprüfung von knapp 15.000 Fällen herausgefunden.
Urteil: Raser müssen nicht immer zahlen.
Bußgelder für die Nichteinhaltung der vorschriftsmäßigen LKW Lenkzeiten.
Bußgeldverfahren wegen einer Geschwindigkeitsübertretung.

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